Die Kunst der Langsamkeit

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Die weltbekannte Mona Lisa wird im Durchschnitt nur 15-20 Sekunden lang betrachtet.

20 Sekunden – 4 Atemzüge

Laut des Psychologen David Brieber ist dies die durchschnittliche Betrachtungsdauer eines Kunstwerkes. Kein Wunder, dass ein typischer Museumsbesuch meist zu Erschöpfung und Übersimulation führt.

Slow Art Day

Das lässt sich anders gestalten, meint der amerikanische Manager und Consultant Phil Terry und initiiert den Slow Art Day, der dieses Jahr am 08. April stattfindet. Zahlreiche Museen weltweit nehmen daran teil, und das Prozedere ist stets ähnlich: Die Besucher verbringen zehn Minuten vor einem einzelnen Gemälde mit dem Ziel, sich ganz darin zu vertiefen. Erst danach gehen sie zum nächsten Kunstwerk weiter. Der Museumsbesuch umfasst lediglich 5 Gemälde.

“Slow Art Day is a global event with a simple mission:
help more people discover for themselves the joy of looking at and loving art.”

Kunst offenbart sich nicht sofort – sie benötigt Zeit. Zeit, um inspiziert zu werden, sie zu überdenken und zu reflektieren. Lässt man sich bei einem Museumsbesuch genügend Zeit, so können sich die statischen Kunstwerke in Ereignisse verwandeln. Die Bilder werden lebendig.

James Pawelski vom Positive Psychology Center an der Universität Pennsylvania untersucht den nährenden und erfrischenden Effekt eines entschleunigten Kunstgenusses genauer. Wer sich länger mit einem Objekt befasst, erläutert er, nimmt Elemente des Werkes wahr, die ihm entgehen, wenn er nur 15 Sekunden hinsieht.

„Alles wird interessant, wenn man nur lange genug schaut.“ Arden Reed

Angesichts der zunehmenden Beschleunigung in zahlreichen Lebensbereichen, braucht der Mensch Verschnaufpausen, Auszeiten, Momente der Verlangsamung.

Kunst bewirkt „flourishing“
Flourishing beschreibt das Phänomen, wie Kunst das Aufblühen von Menschen unterstützt. Das Aufnehmen einer Verbindung mit dem Kunstwerk und das Einsetzten aller Sinne – das heißt das Kunstwerk zu hören, zu sehen, zu riechen und mit dem Körper zu spüren – steigert das Wohlbefinden des Betrachters. Voraussetzung für das Maximieren des eigenen Wohlergehens ist eine längere Betrachtungszeit der Kunstwerke. Denn lediglich dadurch wird die Möglichkeit geschaffen, auf das Kunstwerk zu reagieren und in einen Dialog mit diesem zu treten.

Im Dialog mit der Kunst

Inspirierende Fragen, um einen Kontakt zum Kunstwerk herzustellen

  • Fragen zum Werk: Was sehe ich genau? Welche Muster, Farbnuancen, Perspektivenwechsel, Verbindungen zwischen Vorder- und Hintergrund nehme ich wahr?
  • Fallen mir ungewöhnliche Details auf?
  • Verändert sich das Werk, wenn ich länger hinsehe?
  • Fragen zur Interaktion: Wie fühlt es sich an das Werk zu betrachten? Welche Reaktionen beobachte ich bei mir?
  • Fragen zur eigenen Person und dem eigenen Leben: Was erfahre ich über mich selbst? Welche Beziehung besteht zwischen dem Werk und meiner eigenen Situation? Was kann ich vom Werk lernen?

art4reflection

Sich Zeit nehmen, in einem Museum Kunst auf sich wirken lassen und die eigene Arbeitssituation reflektieren … Kommen Sie mit und erleben Sie einen einzigartigen Reflexions-Prozess mit Original-Kunstwerken in 15 Städten Europas. Symbolon Art4Reflection verwandelt Ihren Museumsbesuch in einen Coachingraum und gibt Ihnen Raum, um an- und innezuhalten, eigene Themen zu reflektieren und neue Lösungen entstehen zu lassen.>>>

Die Symbolon Art4Reflection war am 08. April beim Slow Art Day in Hamburg dabei!

08. April 2017 | Hamburger Kunsthalle

art4business

Symbolon ist die weltweit führende Reflexionsmethode für Potenzial- und Persönlichkeitsentwicklung.  Ihre Sicht auf Kunstbilder ermöglicht Ihnen den Zugang zu aktuellen Themen Ihrer Arbeitssituation. Wo stehen Sie aktuell, was ist Ihnen wichtig, welchen Platz haben Macht, Autonomie, Ihre Stärken? Wo sehen Sie Ihr eigenes Entwicklungspotenzial? In einem aktiven, gezielt eingeleiteten Selbstreflexionsprozess mit Kunstwerken wird es möglich, innezuhalten und sich selbst in der eigenen momentanen Arbeitssituation zu betrachten. Der Aufbau von Reflexionskompetenz befähigt wachere und klarere Einschätzung von Situationen und dadurch effizientere Entscheidungen, effektivere Ergebnisse und Führungsreife für die eigene Wirksamkeit. >>>

langsamkeit für souveränes handeln

Über die Begabung und die Last schnell zu reagieren. Das Leben – unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Aufgaben, unterschiedliche Erwartungen und Bedürfnisse, unterschiedliche Verhaltensweisen, wenig Zeit, Inputs von allen Seiten, auch oft ungefragt und nicht gefiltert … als Cocktail kombiniert kann es uns durchaus immer wieder herausfordern. Dann werden wir überflutet von einer Fülle an Außenreizen und machen das, was wir am besten können: Rasch darauf reagieren. So wie wir es bis jetzt gelernt haben, wie wir es gewohnt sind, wie wir schnell wieder Inputs von außen „abarbeiten“ können, erledigen können, …loswerden. Je besser wir selbstbestimmt Reize von außen „hineinlassen“ und auch gezielt entscheiden, wann wir auf welchen Input wie reagieren, desto souveräner werden wir – ein kleines Stück mehr Lebensqualität und Selbstbestimmtheit. Fokus Download>>>

Quellen: Schäfer, Annette: Langsam schauen, Psychologie heute, 04/2017 | www.slowartday.com | www.symbolon.at | www.sichtart.at

„It’s hard to believe how much Slow Art Day has grown and spread across the world since its inception in New York a mere 8 years ago. We’re looking forward to having 170+ venues from dozens of countries participate in Slow Art Day 2017.“

Slow Art Day Blog

Sichtart – die kunst |sich| zu betrachten

wünscht laaaaaaaangsames Kunst-Genießen und

sich dabei selbst entdecken.

Elisabeth Sechser, GF Sichtart e.U.

 

 

sichtart